Bedingungsloses_Grundeinkommen

Grundlos und bedingungslos wie die Liebe:                   Ein Einkommen für jeden Menschen

Ja, ja, so ist es: Wir neiden einander unsere Existenz! Daran hat sich seit jeher nichts geändert. Auch hoch angesehene Menschen aus Politik, Kirche und Wirtschaft tun das. Wir gönnen dem Nachbarn nicht, dass er einfach so leben darf, wie er lebt.

Dieser Neid ist in Wirklichkeit der Grund dafür, warum wir uns ein Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Menschen nicht vorstellen wollen.

Ich würde ja schon verantwortungsvoll für mich und andere arbeiten, aber mein Nachbar würde das nicht tun!“ Davon gehen die meisten Menschen aus. Und es muss als Begründung dafür herhalten, dass wir unsere Mitmenschen erziehen müssten, damit sie genügend Willen zum Arbeiten aufbringen. Wir meinen, wir müssten einander zum Arbeiten zwingen. Oder müssen wir uns gar selber zwingen?

Sozialleistungen“ werden gekürzt, wenn wir nicht jede „zumutbare“ Arbeit annehmen und uns für ungeliebte Arbeiten bereit erklären.

Geht es auch anders? Gibt es eine spirituell und wirtschaftlich realistische Grundlage für ein bedingungsloses Einkommen, das jedem Menschen zusteht, und demnach Freiheit für die Arbeit, die man leisten möchte? Ja, die gibt es.

Hier in diesen Zeilen wird aus einem Wissen geschöpft, das dir, liebe Leserin, lieber Leser, so fremd nicht sein kann und mit deinem Gefühl für Wahrhaftigkeit in Resonanz gehen wird. Wir tauchen etwas tiefer ein als in einer politischen Diskussion üblich ist. Wir stellen Fragen, die unser Dasein überhaupt betreffen.

Lies es in Ruhe, entspannt …

Prolog

Ich bin in diese Welt geboren. Ich wollte es so. Und andere wollten es auch. Aus einem symphonischen Zusammenwirken vieler Stimmen bin ich geboren.

Ich weiß, dass ich hier etwas zu erledigen habe und ich habe auch eine große Lust, da zu sein. Ich will Erfahrungen machen. Danach begehre ich. Nur wundere ich mich sehr oft, warum mir Dinge zustoßen, die ich gar nicht begehre. Oder warum ich mir um mein Überleben Sorgen machen muss. Warum nehmen mir andere was weg? Warum bekomme ich nicht, was mir zusteht? Und wenn ich ehrlich bin: Warum habe ich andere schon beraubt, hintergangen und belogen?

Warum ist diese Welt so unfriedlich? Warum unterstützen wir uns nicht gegenseitig, sondern berauben uns? Warum versklaven wir einander, anstatt uns frei zu machen?

Ich tröste mich damit, dass es ja immerhin viele schöne und erfreuliche Dinge gibt auf dieser Welt. Sex zum Beispiel; Geld, mit dem ich mir vieles erwerben kann; eine endlos rotierende Unterhaltungsindustrie, die mir ständige Ablenkung bietet; wunderschöne Naturschauspiele; fröhliche und unschuldige Kinder; und schließlich auch einzelne gütige Menschen oder gute Taten von Menschen.

Und es gibt Menschen, die zu mir halten. Sie geben mir Geborgenheit und ein wohliges Gefühl des Dazugehörens. Ich bin nicht allein.

Wenn ich Glück habe, geschieht es so. Aber wenn das Glück mir gerade nicht hold ist, oh weh! Dann entbehre ich all das: Geborgenheit, Zusammengehörigkeitsgefühl, Bedürfnisbefriedigung, Vergnügen, Überschuss und Überfluss. Tiefes Leid ist die Folge. Aus diesem heraus beginne ich misstrauisch und neidisch zu werden und anderen dies und das nicht zu gönnen. Die Versuchung steigt, mir gewaltsam oder betrügerisch zu nehmen, was mir zusteht.

Das ist die Welt. In diese Welt bin ich geboren und wollte geboren werden, im orchestralen Zusammenklang mit jenen, die es mir ebenfalls wünschten. In so eine Welt wollte ich geboren werden? In diesen Kampf, in diesen Unfrieden? Das kann nicht sein! Ich wollte doch was Gutes! Niemand darf von mir behaupten, dass ich diese Welt so wollte, wie sie ist. Nein, ich wollte sie umgestalten. Ich kam mit einer guten Absicht zur Welt. Ich hatte ja einen Auftrag zu erledigen, erinnere ich mich jetzt. Ich wollte Erfahrungen machen, ja, und ich hatte eine große Lust dazu.

Was noch einmal war es, das ich erledigen wollte? Worauf hatte ich so große Lust? Ich grabe mal nach in meinem tiefen Inneren …

Erinnerung

Es klingt da etwas an, wenn ich eintauche in meine Seelentiefen und mich so Stück für Stück erinnere … So eine Stimmung wie … Ach wie sollte ich das nennen? Es ist schwer, das richtige Wort zu finden. Es klingt noch leise und dann sogar etwas holprig, dieses Wort.

Es taucht langsam aus einem inneren Nebel auf: … Wiedergutmachung … Ausgleich … Gerechtigkeit … Oh, das sind ja schon drei Wörter. Es geht auf einmal so schnell. Sie kommen und gehen ineinander über. Ich kann sie nicht stoppen, nein, ich will sie nicht stoppen … Wiedergutmachung …

Wie soll ich etwas wieder gut machen und warum eigentlich? Blöde Frage! Weil die Welt, so wie sie ist, wieder gut gemacht gehört! Und weil ich mir schließlich wünschte, hier zu sein. Soll ich mich in diese Welt einbeziehen und mich selber etwa auch wiedergutmachen? Ist dies vielleicht sogar meine „Daseinsberechtigung“? Das was ich an mir und an der Welt gut machen will?

Ich weiß, es gibt Freunde und andere Mitmenschen, die nicht so denken. Sie sagen, auch wenn sie es nicht immer laut sagen: „Lass doch die Welt untergehen! Ich nehme mir, was ich erraffen kann und der Rest geht mich nichts an.“ Ich gebe zu, dass ich auch schon oft so gedacht habe. Es scheint ein typisch menschliches Benehmen zu sein, dass man sich um das nicht kümmern möchte, was einem ja doch schließlich das eigene Leben erhält. Die Arbeit der anderen, die Leistung der anderen, die Freude, mit der sie sie erbrachten. „Soll doch die Welt untergehen!“ Ich staune, wie lustlos und zerstörerisch wir mit dem umgehen, was wir gleichzeitig mit so großem Verlangen fordern: Befriedigung, Sättigung, Genuss an der Welt, und schließlich Liebe und Zuneigung von den Menschen.

Lebensquellen

Wenn ich so recht bedenke, wovon ich hier auf Erden lebe, dann fallen mir zwei Quellen ein („Ressourcen“ sagt man heute). Die eine Lebensquelle ist die Natur selbst, die Reichtum über Reichtum hervorbringt, und die andere ist die Lebens- und Arbeitsleistung der Menschen. So leben wir nicht von der Natur allein. Von den Taten der anderen Menschen leben wir in gleichem Maße. Ihre Arbeit, ihre Leistung, ihre Lust, ihre Lebensfreude haben dazu beigetragen, dass ich heute das von ihnen Geschaffene genießen kann. Und wenn ich das wirklich so recht bedenke und „bedanke“, dann möchte ich auch meinen Teil dazu beitragen, dass es den Menschen und der Welt wieder gut gehen kann. Ich bin motiviert zu arbeiten. Jetzt fallen mir auch wieder meine anderen beiden Wörter ein, die mir aus der Seelentiefe entgegen gedämmert haben: … Ausgleich … Gerechtigkeit …

Ehrlich gesagt, das freut mich. Meine Motivation ist reine Freude. Ich arbeite gern. Es gibt mir sozusagen Lebenssinn zu arbeiten. Der wiederum wird zur Lebensquelle für andere Menschen. Was für ein schöner Ausgleich! Welch edle, natürliche Gerechtigkeit!

Und ich versenke mich wieder in mein Inneres und lausche hinein. Warum – noch einmal gefragt – bin ich hier? Was habe ich noch zu erledigen? War da noch was? Und diesmal klingt es kräftiger und freier und besonders strahlend: Schöpferkraft !

Ja, ich bin hier, um meine Schöpferkraft, meine Kreativität auszuleben!

Kreativität

Wieder sind die Begriffe ineinander übergegangen, besser gesagt, einer ist aus dem anderen hervorgegangen. Wiedergutmachung … Kreativität … Ausgleich …. Gerechtigkeit …

Ja, meine Kreativität ist gefordert, wenn es um gerechten Ausgleich geht. Aber nicht nur dafür. Meine Schöpferkraft ist gleichermaßen mein innerster Antrieb zum Dasein. Um zu schaffen bin ich da. Voller Energie fühle ich mich, die Lebenskraft fließt in mir. Ich brauche sie nur anzuzapfen und durch meine Glieder, mein Denken und mein Fühlen hindurch fließen zu lassen. Sie wird zur Tat, zur Arbeit, zum Lebensgenuss. Und sie ist voller Einfallsreichtum, Erneuerungsdrang und Freiheit und findet ihren Sinn in sich selber. Sonst würde man sie ja nicht Kreativität nennen, sondern Zwangsarbeit.

Das also ist auch der Sinn meines Lebens, das freie Schaffen, aus purer Lust und Freude? Brauche ich da noch eine Daseinsberechtigung?

Daseinsberechtigung

Ich muss mir mein Recht, da zu sein, nicht erarbeiten. Denn ich bin gerne da und mein natürlicher Antrieb ist zu arbeiten. Jeder Mensch arbeitet irgend etwas, tut irgend etwas gern, denn durch das Tätigsein und auch durch das Leistungbringen erleben wir etwas von der freien Schaffenskraft, die unsere wahre Lebensmotivation ist und die mit Wiedergutmachung, mit Ausgleich und mit Gerechtigkeit untrennbar verwoben ist. Muss man dann einen Menschen zwingen zu arbeiten? Sollten wir irgend jemandem eine Leistung abfordern, bevor wir ihm Daseinsberechtigung geben? Wir spüren die Absurdität dieser Frage.

Wir können davon ausgehen, dass jeder Mensch mit einer guten Absicht geboren ist. Jedes Kind will lernen. Es lernt spielerisch, frei und freiwillig. Jeder Erwachsene ebenso, nur nennt man diese kreative Art des Lernens im späteren Lebensalter Arbeiten. Ich will tun, was ich liebe. Und was andere tun, möchten sie ebenfalls aus Liebe tun. Es ist ihre Kreativität, ihr Lebensausgleich, ihr Gerechtigkeitsempfinden. Das muss niemandem eingeimpft werden. Es darf nur nicht zerstört werden.

In den Kinderseelen wird dieses gesunde Tun und Empfinden oft frühzeitig gestört. Man meint, man müsse die Kinder in den Schulen zum Lernen zwingen und sie mit Überlebensängsten impfen. Irgend welche Bildungsstudien und Statistiken verbreiten eher nationalstaatliche Gefühle anstatt gesunder Motivation. Die vermeintlichen wirtschaftlichen Notlagen, Angst vor Arbeitslosigkeit, Angst, im internationalen Wettbewerb unterzugehen, und die falsche Überzeugung, dass der Wert der Arbeit an Lohn und Einkommen ablesbar sind, werden in die Kinderseelen hinein projiziert und damit zur kollektiven Überzeugung künftiger Generationen. So lassen wir die Welt wie sie ist. Aber wir verändern sie nicht. Wir lassen sie verfallen. So leben wir nicht unsere Daseinsfreude.

Erinnere dich: Wir wollen die Welt verändern! Wir wollen unsere Daseinsfreude leben …

Franz Lang

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