krishna und radha

Es geht immer wieder um Treue. Das ist das Herzwort, das polyamor lebende Menschen umtreibt. Denn dass wir sexuell Freiheiten haben (dürfen/wollen), steht ja außer Frage.

Treue meint das selbe wie Verbindlichkeit. Im Gegensatz zum Wort Bindung klingt im Wort Verbindlichkeit eine entscheidende Nuance von Freiheit mit. Nur ist diese Treue oder Verbindlichkeit, die ich frei zu schenken bereit bin, nicht künstlich, der Liebe oben aufgepfropft, sondern sie ist in der Liebe selbst enthalten. Sie kann auch nicht eingefordert werden im Sinne von: „Jetzt verlange ich von dir Treue und Verbindlichkeit!“

Treue ist nur möglich, wenn ich einen Menschen zumindest einmal wirklich und tief geliebt habe. Wieso sollten wir ohne Liebe überhaupt von Treue sprechen? Wenn ich meine Geliebte unverstellt, nackt, schutzlos, integer, strahlend und frei gesehen habe, unmittelbar von Ich zu Ich, dann bleibt davon ein mächtiger, unauslöschlicher, zeitloser Eindruck in mir. Weil er so wahrhaftig ist, so schön, so anziehend, bleibe ich dem treu.

Zu diesem Zustand kann ich durch „Erinnern“ immer wieder zurückzukehren oder in ihm verweilen. Ich kann mir das Bild der Geliebten in seiner reinen Form ins Herz und ins Bewusstsein senken. Ich kann diesem Vorgang Zeit und Kraft widmen.

Eine Liebe, die verbindlich ist, ist eine reife Frucht. Sie ist ein Fels in der Brandung. Sie ist unzerstörbar.

Es ist eine große Freude, sagen zu können: „Ich bin immer für dich da! Du kannst mich immer besuchen. Ich verstecke nichts vor dir. Ich zeige mich dir in jedem Zustand, denn ob ich müde bin oder fitt, ob ich Kummer habe oder Freude – ich will es nicht vor dir verbergen. Ich liebe dich, auch wenn ich mit anderen Frauen bin und mit ihnen tiefe oder auch oberflächliche sexuelle Verbindungen habe. Ich möchte alles mit dir teilen und schließe nichts vor dir aus. Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst.“

Auf diese Weise entwickle ich Verlässlichkeit. Ich werde transparent und dann kann sich auch um mich herum Klarheit ausbreiten. Wenn dann jemand kommt und sagt: „Du bist ein Licht in dieser verwirrten Welt!“ Was kannst du Schöneres hören?

Advertisements