Osho

– Ein verwirrter Guru –

Osho1

Was für ein Meister! Seine Schüler ließen ihm alles durchgehen. Er konnte tun, was er wollte. Er wurde geliebt und verehrt.

Osho7   Chandra Mohan Jain, geboren 1931 im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh, wurde später unter dem Namen Acharya Rajneesh als spiritueller Lehrer tätig, daraus wurde Bhagawan Shree Rajneesh, dann am Ende seines Lebens Osho.

Ich erinnere mich nicht, dass irgend jemand ihn in einer öffentlichen Aufzeichnung spirituell oder menschlich mit irgend etwas konfrontiert hätte, seitdem junge westliche Anhänger ihm zuströmten und er sich den Namen Bhagawan Shree Rajneesh gab. Durch seine charismatische Ausstrahlung faszinierte er diese jungen Menschen, die auf der Suche nach einem Leitbild und einer spirituellen Vater- und Autoritätsfigur waren. Er konnte wunderbar sprechen, religiöse Texte kommentieren und hatte auf alles witzige oder tiefsinnige Antworten. Viele seiner Aussagen waren second hand, nicht aus eigener Erfahrung.

Die staatlichen Obrigkeiten allerdings glaubten ihm nichts. In Indien war er der Steuerhinterziehung angeklagt, und in den USA wurde er gefangen genommen und in Gefängnissen herumgereicht. Der Grund war: „Verstoß gegen die Einreisebestimmungen“. Manche Länder verweigerten ihm nach der Ausweisung anschließend ebenfalls die Einreise, vermutlich auf Geheiß der USA. Bis er schließlich nach monatelangen Irrfahrten wieder in Indien landete.

Bhagawan ließ den Tod feiern. Wenn Mitglieder der Ashram-Kommune starben, wurde ein Freudenfest veranstaltet. Als der spirituelle Lehrer Krishnamurti starb, sagte er, dies sei kein Grund zum Traurigsein, man müsse das feiern. Als aber seine Lebensgefährtin vermutlich durch Osho10Überdosis an Drogen oder durch Suizid starb, erfuhr dies kaum jemand und es wurde natürlich überhaupt nicht gefeiert. Circa zwei Monate später, im Januar 1990, starb Osho in Pune, Indien. Möglicherweise ist er in US-Gefängnissen vergiftet worden, wie er selbst vermutete.

Zu der Zeit, als Bhagawan Shree Rajneesh in Oregon/USA weilte, gab es in der Öffentlichkeit viel Aufsehen über eine neue angebliche Krankheit, Aids genannt. Bhagawan meinte, Aids würde drei Viertel der Menschheit hinwegraffen. Er gab den Homosexuellen die Schuld an der Ausbreitung dieser angeblichen Krankheit und meinte, man solle sie vom Rest der Menschheit absondern und ihnen schöne Reservate errichten, in denen sie es sich gut gehen lassen könnten. Homosexuelle seien nicht einmal Menschen. Fortan mussten die Sannyasins, seine Schüler, bei jeder geschlechtlichen Begegnung Kondome verwenden und sogar Einmal-Handschuhe. Austausch von Körperflüssigkeiten, auch Küssen, war verpönt oder verboten. Seither hält sich bei den ehemaligen Schülern Oshos weltweit hartnäckig diese Ansicht, dass man sich vor Aids zu schützen habe. Behindert geborene Kinder empfahl Osho zu töten, um ihnen Leid zu ersparen. Um eine Welt frei von Dummheit, Gewalttätigkeit und Verbrechen herzustellen, hielt er gentechnologische Veränderungen an der menschlichen Substanz für angebracht.

Zu Krishnamurti empfand Osho eine tiefe Verbindung. Umgekehrt kann das nicht gesagt werden, denn Krishnamurti hielt nicht viel von Osho. Krishnamurti hielt den Gurukult für überaus verderblich und ausbeuterisch, und wenn Bhagawans Sannyasins zu Krishnamurti pilgerten, nahm dieser auch kein Blatt vor den Mund diesbezüglich. Als Ausgleich kritisierte Osho sein verehrtes Vorbild nach dessen Tod dahingehend, dass Krishnamurti sich nur mit Leichnamen von Menschen umgeben hätte, humorlos und traurig, während zu ihm die lebendigen Menschen kämen. Er, K., hätte diese förmlich zu ihm, O., hingetrieben. Osho führte an, dass Krishnamurti am Ende seines Lebens sehr traurig geworden wäre, weil er meinte, er hätte sein Leben und seine Mission verfehlt und niemand zur Erleuchtung führen können. Das sind die Angaben Oshos.

Hat Osho selber geliebt oder sich nur lieben lassen? Diese Frage kann ich nicht beantworten. Einiges deutet darauf hin, dass Osho die Liebe seiner Anhänger ausgebeutet hat. Ich meine nicht das Geld und die Reichtümer, die ihm seine Schüler spendeten. Osho brauchte nur einen Wunsch zu äußern und er wurde ihm erfüllt. Osho2So wollte er ins Guiness-Buch der Rekorde eingehen als der Mensch, der die meisten Rolls Royce auf der Welt besaß. Er bekam sie. Aber das ist nur Materie. Was ist mit den Seelen geschehen? Was ist mit den feinen geistigen Aspirationen der Seelen geschehen, mit dem Streben nach der Wahrheit bei seinen Anhängern? Ich meine, Osho hat den Begriff Wahrheit unterminiert und korrumpiert. Wie sollte man Wahrhaftigkeit und einen integren Charakter erleben bei diesem Mann?  Nicht bei allen, aber bei sehr vielen seiner Schüler hat sich eine Zweideutigkeit und Verunsicherung in Bezug auf die Erforschung der Wahrheit ausgebreitet. Etwas Mysteriös-Unbestimmtes, Relatives, eine in Wolken von Gefühl, Gläubigkeit, Verehrung, Sexualität und witzige Bemerkungen gehüllte Stimmung ersetzte den klaren Erkenntnisdrang. Man kann es nicht wissen, sagen seine Schüler. Man kann überhaupt nichts wissen, sagen viele von ihnen. Sie finden diese Einstellung toll. Subtil hat sich dies in der ganzen Welt ausgebreitet durch seinen Einfluss. 

Osho9Die Geschichte mit Rajneesh´s langjähriger Sekretärin und Begleiterin Sheela lässt einen düsteren Lichtschein auf Osho fallen. Diese Frau liebte ihn anscheinend auch unsterblich. Von ihr ließ er in der Kommune in Oregon ein quasi-faschistisches Sozialsystem aufbauen, distanzierte sich jedoch stets davon, als hätte er nichts damit zu tun. Er warf Sheela sogar Mord und andere Verbrechen vor und sie floh aus der Kommune. Rajneesh sagte: Bisher konnte uns Sheela nützlich sein, jetzt aber brauchen wir sie nicht mehr. Das ist eine fast wörtliche Wiedergabe einer Ansprache aus Oregon. Sheela verbrachte einige Jahre im Gefängnis, ebenso einige andere aus dem rein weiblichen Führungsteam des amerikanischen Ashrams. Sheela bezeichnete Osho als Feigling, würde ihn aber immer noch lieben. Inzwischen hat sie in der Schweiz eine Behinderteneinrichtung gegründet, in der sie auch arbeitet.

Aus dem letzten Aufenthaltsort Oshos in Indien, dem Ashram in Pune, sollte auf seinen Wunsch hin ein Club werden, in den Entspannungs- und Meditationsurlauber sich zurückziehen, Videos und Bücher des Meisters genießen können, rote Gewänder tragen und es sich gut gehen lassen sollen.

Jeder Mensch hat in der Welt eine Bedeutung, eine Aufgabe, und seinen Platz. Alles was ist, passt ins Ganze der Welt und so gibt es auch an der Erscheinung des Chandra Mohan Jain nichts auszusetzen. Er erfüllte einen Auftrag, bewusst oder unbewusst. So ist diese kurze Darstellung selbstverständlich alles andere als auch nur annähernd umfassend oder gerecht. Es geht auch nicht um eine Bewertung des Lebens dieses Mannes. Ich wollte lediglich einige Aspekte ergänzen, die vielleicht der Welt noch nicht so bekannt sind. Dies mag ein kleiner Teil meiner Aufgabe in der Welt sein.

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