Heute ist BELTANE !

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Wenn du nicht weißt, was das ist oder wie du es feiern sollst, hier sind einige Hinweise:

Beltane und die tantrischen Jahresfeste

Wenn du darauf klickst, öffnet sich eine pdf-Datei. Darin findest du meinen Beitrag zu den acht Jahresfesten, in dem ich die Bedeutung jedes dieser Feste tabellarisch zusammen gefasst habe.

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http://www.urwurz.de/1759.0.html

Auf dieser Webseite habe ich einen sehr schönen und aufschlussreichen Text zu BELTANE gefunden. Ich möchte ihn euch, zusätzlich von mir mit einigen Bildern illustriert, ungekürzt zukommen lassen:

Beltane – Hohe Maien – Walpurgis

In der wohl schönsten Jahreszeit, dem Mai (altgermanisch für Jung), vorallem um den Vollmond herum (der diesem Halbzeitfest auch entspricht) wurde seit jeher das Fest der Lust, der Freude und der Wonne gefeiert. Beim sogenannten Beltain oder Beltane gingen früher, bevor die Kirche das immer mehr unterband, die Dorfbewohner hinaus auf die Felder, zündeten Freudenfeuer an, tanzten und liebten sich dort.

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Dabei war es gang und gäbe, daß sich die maskierten Teilnehmer in freier Wahl einen Partner wählten und mit ihm die Wonnen der Liebe teilten. Alle ehelichen Bündnisse waren für diese Nacht aufgehoben, woher auch der Name Freinacht rührt.

The Annual Beltane Fire Festival

Den alten Völkern blieb es wohl nicht verborgen, daß gelebte Sexualität sich positiv auf das Pflanzenwachstum auswirkt, was ja heute bereits wissenschaftlich belegt ist.

So hatte dieses Fest nicht nur den Sinn, mal richtig „die Sau rauszulassen“ und jegliche Grenzen zu überschreiten, was sicherlich günstig als Ablaßventil diente, sondern zugleich auch die Fruchtbarkeit der ernährenden Felder zu fördern.

Als sich die Macht der Kirche immer stärker verbreitete und durchsetzte, wurde der alte Kult immer mehr im Verborgenen ausgeübt und so bekam die WALPURGISNACHT mit der Zeit ein anrüchiges, obszönes und schwarzmagisches Image und wurde einfach zur Nacht der (bösen, verdorbenen und gefährlichen) Hexen deklariert.

Da sich das ganze alte Ritual um eine gehörnte Gottheit drehte (da ja Pan, wie auch seine keltische Entsprechung Cernunnos, bzw. die germanische des Hirschgottes Freyr für männliche Schöpfungskraft und Fruchtbarkeit steht, was durch die Hörner/das Geweih symbolisiert wird) wurde das von den katholischen Machthabern einfach als Teufelsanbetung bezeichnet. Das uns heute wohlbekannte Bild des Teufels, das verblüffende Ähnlichkeit mit Pan aufweist, wurde in jener Zeit einfach von den Priestern als solches deklariert, denn welches Bild widerstrebt dieser lustfeindlichen Institution mehr, als die Gestalt eines „geilen Bocks“ der stets unzüchtig mit erigiertem Penis dargestellt wird. council-of-cernunnos-by-emily-balivet

Weshalb die Walpurgisnacht gerade auf die Nacht vom 30. April auf 1. Mai fällt, ist nicht so ganz klar, doch ist davon auszugehen, dass diese Festlegung neuzeitlicheren Ursprungs sein muß, denn solche genauen festgelegten Daten waren bei den Ur-Völker gar nicht im Gebrauch. Sie orientierten sich eher nach dem Stand der Gestirne und speziell zu den Halbzeitfesten eben nach dem Mond. Für Fruchtbarkeits-Riten eignet sich der Vollmond, an dem die Säfte nicht nur bei den Pflanzen am höchsten steigen, wohl am allerbesten und von daher ist das wohl der passendste Termin dafür.

Hier sei noch angemerkt, daß die genaue Hälfte zwischen Tag-und Nachtgleichen und Sonnenwenden nicht am Anfang des Monats (Maria Lichtmess am 2. Februar, Walpurgis am 30. April auf 1. Mai, Lamas am 2. August und Samhain vom 31. Oktober auf 1. November) sondern etwa um den 6. herum wäre, insofern man das Jahr genau achteln wollte. Interessanterweise ist der Abstand zwischen den jeweiligen Jahreskreisfesten etwas mehr als 40 Tage, woraus sich wohl auch schließen läßt, woher die magische Zahl 40 als Fastenzeit und Zeitspanne für die große Visionssuche herrührt. Man ging praktisch vom Ting weg, hinaus in die Einsamkeit und kam zum näxten Ting wieder zurück.

Zurück zu den Beltane-Riten:

War der Tanz vom jungen Gott mit der Göttin zur Tag-und Nachtgleiche noch eher unter einem keuschen und jungfräulichen Aspekt gestanden, so findet zu Beltane die erste wahrhaftige Vereinigung statt und Gott und Göttin werden ein Paar, das sich bis zur Sonnwende, dem Höhepunkt, heiß und innig liebt.Der Gott ist nun ein stattlicher Jüngling voller Lebens-und Manneskraft.

Ein altes tantrisches Ritual ist es, daß das Liebespaar vom Vollmond ab immer wieder den Tanz der Liebe zelebriert, jedoch den Höhepunkt der Vereinigung bis zur Sommersonnwende herauszögert, dh. der Mann hält seine Ejakulation bis zu diesem Zeitpunkt zurück und auch die Frau stoppt immer wieder kurz vor dem Orgasmus jegliche Aktivität, die dazu führen würde. Der Effekt soll unglaublich intensiv und gewaltig sein. Ist halt schon eine Disziplin der besonderen Art. Die kleinere Entsprechung dieses Rituals dauert 7 Tage. Womöglich ist es erst einmal vernünftiger, damit anzufangen!

In den letzten Jahren hat die Walpurgisnacht in unseren Breiten wieder an Attraktivität gewonnen und wird vielerorts wieder gefeiert, zwar bei weitem noch nicht so freizügig wie dereinst, aber schon mit den entsprechenden Ansätzen.

Vielleicht sollte dieses Fest auch dazu beitragen die lustfeindliche Fehlprogrammierung, die doch allzu vielen Menschen Probleme bereitet und ihre wahre Natur unterdrückt -was sich dann zum Teil in allerlei Perversionen ausdrückt, von denen die Medien ja allzugerne berichten – endlich aufzulösen und wieder einen freien und gesunden Umgang mit der Sexualität zu bekommen. Was allerdings nicht heißen soll, daß wir die extremen Handlungen der Hippies in den 60ern wiederholen müssen!

Denn freie Liebe hat viel mehr damit zu tun, als freier, selbst- und vollständiger Mensch einen eben solchen Partner der Resonanz entsprechend zu treffen und ohne Abhängigkeiten mit voller Lust und im spirituellem Bewußtsein – was das Ganze natürlich auf eine völlig andere Ebene bringt – den Tanz der Liebe zu zelebrieren. Wenn zwei Partner es schaffen, völlig im Hier und Jetzt zu sein und als irdische Stellvertreter von Gott und Göttin beim Ineinandersein zu verschmelzen, dann ist ihnen höchste Exstase und völlige Entfaltung ihrer Kraft beschert, was ein völlig anderer Zustand ist, als der, der durch reine Lustbefriedigung zustande kommt. 1 + 1 ist dann nicht zwei, sondern ein Vielfaches davon.

Wenn die Kundalini-Kraft vollends und frei durch beide Partner fließen kann, dann ist absolute Erfüllung möglich und es bedarf keiner Kirchlichen oder sonstig religiösen Institution zur Vermittlung göttlicher Kraft. Deshalb war es der Kirche auch so wichtig, genau diesen Lebenskraftkanal zu kappen und das höchste irdische Ritual als teuflisch und abartig darzustellen, um die Menschen auch gut kontrollieren und beherrschen zu können. Damit diese auch ja nicht drauf kämen, daß der Kontakt zur Göttlichkeit auch anders und ohne deren Vermittlung und Zutun erreichbar ist! Es ist schon erstaunlich, wie sich dieser „Virus“, daß Sexualität, vorallem das Empfinden von Lust, etwas Minderwertiges und Abartiges sein soll, überall auf der Welt verbreitet hat und sowohl bei Christen, Juden und Muslims, wie auch bei Hindus und Bhuddisten zu finden ist. Zum Glück gibt es ja immer noch ein paar Tantriker, die uns anderes lehren.

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Im Mai ist bei allen Tieren Balz- und Brunftzeit und auch die Menschen erleben ihre Frühlingsgefühle. Nur Verblendete können auf die Idee kommen, daß der Mensch sich über die Tiere erheben müßte und dabei seine natürlichsten Triebe unterdrücken soll. Der Mensch erlangt nicht dadurch Seeligkeit und Göttlichkeit, daß er seine tierische Natur unterdrückt, sondern seinem Tier genauso viel Aufmerksamkeit und Liebe schenkt, wie dem spirituellen Wesen und beide dadurch miteinander vereint. Die Polaritäten lassen sich eben nicht dadurch in Einklang bringen, daß man sie voneinander abtrennt!

Wer nun allerdings zum TING kommt und erwartet, dort wilde ungezügelte Orgien zu erleben, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Allerdings haben sich am Drachenplatz zu dieser Jahreszeit doch schon etliche Paare gefunden (inkl. Od*Chi!) und das Stattfinden von Beltane Hoch-Zeiten ist auch durchaus im Bereich der Möglichkeit, wie bereits wiederholt am Drachenplatz geschehen! Zur Beltane Zeit wurden früher gerne Hochzeiten (in den Hoch-Zeiten!) gefeiert und Ehebündnisse geschlossen. In vorchristlicher Zeit allerdings meistens nur für ein Jahr, bis zum näxten Vollmond im Mai, wo sie dann entweder erneuert oder auch wieder getrennt wurden. Die alten Völker wußten sehr wohl, daß nichts ewig hält, schon gar nicht (von oben/außen) zwangsverordnet. Bei einer neuerlichen Hochzeit, stellten sich Mann und Frau Rücken an Rücken aneinander und nach der Aufforderung der Entscheidung durch den Priester, drehten sie sich entweder zueinander hin oder gingen voneinander weg. Wenn sich nur einer der beiden für eine Trennung entschied, dann hatte das Ganze wohl schon einen sehr dramatischen Charakter. Diese Art von Hochzeit und auch ihre Trennung, sind am Drachenplatz möglich und schon öfter vorgekommen.

Rituale die sich bis in die heutige Zeit erhalten haben, sind das Maibaumaufstellen, der Maientanz (mit Bändern) und die Wahl der Maikönigin. Heutzutage sind die Maibäume ja lange gerade Fichtenstangen, in Bayern meistens blau-weiß angemalt und mit den Symbolen der ortsansässigen Zünfte bestückt sind. Der Kranz am Maibaum gehört noch zu den älteren Relikten und es heißt daß der Baum den Lingam/Phallus darstelle, während der Kranz die Yoni/Vagina symbolisiere, die somit praktisch vom Baum durchstossen wird.

In älterer Zeit soll der Maibaum eine junge Birke gewesen sein, die in Beziehung zum jungen (Freyja-Venus) Aspekt der Erdmutter-Göttin gestanden hat, deren Rune die Berkana/Bar-Rune ist, die u.a. Birke bedeutet. Das mag daher rühren, daß die Birken, wenn sie jung sind, eine makelose rein-weiße Rinde haben, was das junge hübsche Mädchen und ihre zarte Haut symbolisiert, während sie dann im Alter grau und rissig wird. Der Bändertanz um den Maibaum ist ein auch heute noch weit verbreiteter Brauch, bei dem jeder Teilnehmer ein Band an den Baum bindet. Die Frauen tanzen nun rechts herum, die Männer links und bald gibt es ein regelrechtes Bändergewirr. Dabei soll erreicht werden, daß sich „durch Zufall“ die Richtigen finden. Daher kommt wohl auch das Wort „anbandeln“.

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Die Wahl der Maikönigin gehört auch zu den altüberlieferten Bräuchen und dabei sollte die Schönste der Schönsten gefunden werden, was ja heutzutage seine Entsprechung auch bei Miss Wahlen hat. Die Heilige Walpurga, so wurde mir gesagt, soll die Schutzpatronin gegen die Hexen sein, also das Gegenteil von dem, was heutzutage vielerorts angenommen wird.

Beltane/Walpurgis ist das 5. Jahreskreisfest. Die Zahl 5 ist der Rune RIT zugeordnet, die für Rhythmus, Zyklus und Ritual steht. Sie hat etwas mit bewußten Voranschreiten und Fortbewegung in Freude zu tun. Sie lehrt uns, dass sich alles in Zyklen bewegt und wenn wir uns dieser Zyklen bewusst werden, wissen, wann es etwas zu tun gibt und wann wir eher wenig tun. So leben auch heute bereits wieder viel mehr Menschen nach dem Mond und ihr Leben wird damit auch geschmeidiger. Die Rune RIT bringt uns in den richtigen Rhythmus und der ist ja auch beim Liebestanz sehr wichtig. Sie ist die Rune des Rituals und ein Ritual sollte auch die Vereinigung von Mann und Frau sein.

Die Zahl 5 steht für Spannung. Sie ist die Zahl der Revolution und Rebellion. Sie bringt die Stabilität (und manchmal auch Starre) der Vier ins Wanken und schafft somit Raum für Entwicklung und neue Formen. Aleister Crowley sagte treffend: „Die Fünf ist der Unwille, vom Mittagessen aufzustehen und wieder an die Arbeit zu gehen. Und dennoch muß es getan werden!“

So steht die Fünf also für Bewegung, Entwicklung und Auflösung alter Formen. Also lasst und die alten Rollen und Fesseln der Vergangenheit abstreifen, und etwas Neues beginnen. Die Zeit ist sehr geeignet dafür!

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