die ruhe vor dem sturm 2

Ist es die Ruhe vor dem großen Sturm?

Obwohl überall auf der Welt gezündelt wird und gefährliche Brände schwelen, breitet sich in diesen Tagen, global betrachtet, eine merkwürdige Stimmung aus. Es stehen gewaltige Veränderungen bevor, die aber aus unbestimmten Gründen zurück gehalten werden. So schwelen und brodeln sie im Untergrund dahin (im Unterbewussten der Seele), während an der Oberfläche so etwas wie ein künstliches Stillhalteabkommen arrangiert wird. Sollen die großen geopolitischen und finanzpolitischen Umwälzungen eher im Stillen ablaufen und die Weltbevölkerung darf nicht viel mitbekommen davon?

Das ist eine Möglichkeit. Decke drüber. Was unter der Decke geschieht, geht uns nichts an. Das entspräche der Mentalität der Geheimhaltung, die schon immer Mittel erster Wahl war, wenn es um die Sicherung von Macht ging. John F. Kennedy hat sich darüber, zwei Jahre vor seinem Tod, in seiner berühmten Rede vor Zeitungsverlegern deutlich geäußert (siehe unten *). Seither hat das kein US-Präsident mehr gewagt.

Das beste Beispiel dafür ist die versuchte und inzwischen recht lächerlich wirkende Geheimhaltung der deutschen Bundesregierung, wenn es doch um die Aufklärung der NSA-BND-Kooperation gehen sollte. Sogar manche Mainstreammedien schimpfen mittlerweile schon auf die Abhängigkeit der BRD von den USA, obwohl das keinem aufgeweckten Zeitgenossen noch ein Geheimnis ist. Merkel, de Maiziere & Co wissen gar nicht mehr, wohin, in all dieser großen Verlegenheit. Wann wird Deutschland sich aus der Knechtschaft der USA (und Israels) befreien?

TTIP und ähnliche Abkommen werden ja auch im Geheimen verhandelt. Wer könnte da noch von „Demokratie“ oder „Bürgerbeteiligung“ sprechen? Oder von „Volksentscheid“? Weit entfernt sind wir davon. Es ist praktizierte Diktatur, allerdings psychologisch besser verpackt als die Gewaltherrschaften früherer Diktaturen.

Die Flüchtlings- und Migrationsthematik wartet ebenfalls auf eine gesamtgesellschaftliche, faire Diskussion. Es besteht viel Klärungsbedarf.

Griechenland ist ein weiteres Indiz dafür, dass geo- und finanzpolitisch verschleppt und verschoben wird. Entscheidungen dürfen gegenwärtig nicht gefällt werden, scheint jemand von oben her anzuordnen. Die Risiken werden abgewogen, was ein Austritt Griechenland aus der Eurozone für Folgen hätte für andere Staaten Europas, die diesem Beispiel nacheifern könnten. Außerdem spielt Großbritannien mit dem Gedanken, aus der EU auszutreten.

Um den Aufbau der von den Chinesen geführten internationalen Großbank AIIB ist es auch merkwürdig still geworden. Wie lange kann sich der seinerzeit als Weltleitwährung installierte US-Dollar noch halten? Wann gibt es den lang ersehnten Umbau, wann stürzen die ganz großen Weltfinanzmafiosi, die Syndikate und Familien mit ihrem immensen Reichtum und ihrer unheimlichen Macht?

Unbehindert von jeder anderen militärischen Macht der Welt und stetig verlegen die US-Streitkräfte ihren Schwerpunkt nun vor die Tore Chinas. Das große asiatische Reich einzudämmen, einzuschüchtern, so lautet die vorherrschende Devise. Japan, die Philippinen und andere Fernoststaaten werden getrimmt auf Allianz und Treue zum großen Imperium jenseits des Pazifik. Man kann gar nicht mehr aufzählen, wo überall es schon US-Militärbasen gibt. Seit Jahrzehnten schon ist dies der machtpolitische Sport des immer noch als Weltpolizist auftretenden Monopolisten und völlig diskreditierten Moralisten.

Ein anderes Thema, das allmählich aufbrechen will, ist die jahrzehntelange und massive Infiltration israelischer Interessensträger (Lobbyisten, Zionisten) innerhalb des US-amerikanischen Regierungs- und Gesetzgebungsapparates, im industriell-militärischen Komplex und in der Medienwelt. Sogenannte patriotische Amerikaner („We the People“) machen sich auf, die Fremdbestimmung der USA durch Israel zu beenden. Ein Ausdruck davon ist gegenwärtig in der chaotisch wirkenden US-Militärstrategie in Syrien zu beobachten: Ein Teil des Pentagon und der CIA unterstützt ISIS und ähnliche Milizen gegen Präsident Assad, eine andere Fraktion bekämpft sie. Ein inneramerikanischer Machtkampf. Einerseits. Andererseits haben die USA und Israel ein Interesse daran, den Bürgerkrieg und das Chaos so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, um schließlich, nach Jahren, eine Neuordnung der gesamten Levante in ihrem Sinne zu orchestrieren.

Bei der Zerstörung von Libyen lief es ähnlich. Es war den teuflischen Strategen klar, dass es etwa eine Generation dauern würde, bis im Chaos, in das Libyen und Nordafrika verfallen sollten, eine neue Führerfigur, wie es Gadaffi war, auftauchen und die Region befrieden könnte.

Die „Chaostheorie“ ist eine in amerikanischen Thinktanks und Geheimbünden verbreitete Philosophie.

* John F. Kennedy, 1961, Auszüge einer Rede vor Zeitungsverlegern:

Geheimhaltung ist abstoßend in einer freien und offenen Gesellschaft. Als Volk haben wir eine natürliche und historische Abneigung gegen Geheimgesellschaften und Geheimbünde…

Wir haben es mit einer monolithischen und ruchlosen weltweiten Verschwörung zu tun, die ihren Einfluß mit verdeckten Mitteln ausbreitet: mit Infiltration statt Invasion, mit Umsturz statt Wahlen, mit Einschüchterung statt Selbstbestimmung…Es ist ein System, das mit gewaltigen menschlichen und materiellen Ressourcen eine komplexe und effiziente Maschinerie aufgebaut hat, die miltärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen verbindet. Ihre Pläne werden nicht veröffentlicht, sondern verborgen, ihre Fehlschläge werden begraben, nicht publiziert, Andersdenkende werden nicht belobigt, sondern zum Schweigen gebracht, keine Ausgabe wird in Frage gestellt, kein Gerücht wird gedruckt, kein Geheimnis enthüllt…“

»Heimlichtuerei ist der Schlüssel aller Tyrannei. Nicht Gewalt, sondern Heimlichtuerei und Zensur. Wenn eine Regierung – oder auch eine Kirche – ihren Untergebenen sagt: ›Das dürft ihr nicht lesen, das dürft ihr nicht wissen‹, sind unabhängig davon, wie heilig die Motive auch sein mögen, Tyrannei und Unterdrückung das Endergebnis. Es braucht herzlich wenig Macht, um einen Mann zu kontrollieren, der auf diese Weise hinters Licht geführt wurde. Anders herum kann keine Macht einen freien Mann kontrollieren, dessen Geist frei ist. Keine Macht, keine Streckbank, keine Atombombe, nichts. Einen freien Mann kann man nicht bezwingen, man kann ihn höchstens töten.« Robert A. Heinlein, Schriftsteller, Bestsellerautor

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