Michael Laitman

Rav Michael Laitman,  in einer Fragenbeantwortung mit männlichen Schülern einer Kabbala-Schule

Das Bedürfnis nach Überlegenheit ist ein schwer wiegendes menschliches Problem. Der Einzelne erhebt sich über den Anderen. Menschengruppen wollen anderen Gruppen überlegen sein.

Was im Menschen aber verursacht ein Überlegenheitsgefühl? Neben der körperlichen Stärke und der psychischen Schläue gibt es etwas, was am hartnäckigsten und schier unvermeidbar ist: Religiöse Überzeugungen. Sie sind die stärksten Trigger für Überlegenheitsgefühle. Warum sage ich das? Weil das spirituelle Ringen um die Wahrheit unvermeidbar ist. Wenn wir Menschen nach der Wahrheit suchen, können wir ja nicht einfach die Überzeugungen Anderer übernehmen. Ohne mich abzugrenzen und in mir selber zu suchen, kann ich erst einmal keine Wahrheit erfahren. Wenn ich aber steckenbleibe in meiner Wahrheitssuche und nicht ganz zum Ende durchdringe, zur Liebe, zur Einheit und zum Wissen, was uns Menschen wirklich zusammenhält und was der Erde und der Menschheit Sinn und Schönheit verleiht, dann, ja dann entstehen Plattformen halbfertiger Wahrheiten, eben die festgefahrenen Religionen.

So kommen wir dahin zu sagen: „Ich kann mich zwar hineinfühlen in dich, aha, so ist es bei dir! Darauf bist du gekommen in deiner Wahrheitssuche. Ich geh mit dir bis da und dort hin konform, aber hier kann ich dir nicht mehr zustimmen. Bitte verzichte auf dein Überlegenheitsgefühl und überzeuge mich mit deinen Taten, mit deiner Liebe, mit deiner Weisheit. Und dann überlasse mir in völliger Freiheit, ob ich dir folgen will oder nicht.“

kabbalah

Heute möchte ich nachdenklich eine spirituelle Überzeugung präsentieren, die ich kürzlich auf einer Webseite gefunden hatte. Ein bekannter Lehrer der Kabbala schildert aus seiner Sicht die Grundlagen des Judentums, die sehr deutlich von einer Überlegenheit der „Nation Israel“ ausgeht. Was hier allerdings nicht als politischer Begriff, sondern als inneres Selbstverständnis und als Identifikationspunkt der Seele gemeint ist.

Ich fasse Teile der spirituellen Lehrrede (Frage-Antwort-Stunde) des kabbalistischen Rabbiners Dr. Michael Laitman zusammen, die er anlässlich eines jüdischen Feiertags für die gefallenen Soldaten, des Memorial-Day, im Staat Israel gehalten hat.

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Zu sehen und zu hören ist dieses Video hier: https://www.youtube.com/watch?v=4Od3LF_opvE

Israel hat eine geistige Mission zu erfüllen. Die israelische Nation soll ihr Land erobern. Das ist das äußere Bild. Unterwegs in ihrem Auftrag erfahren die Kämpfenden immer mehr über ihre Ziele. Die reinkarnierenden Seelen folgen dem inneren Kommando und den Anweisungen ihres Schöpfers bis zum letzten Kampf. Alles ist bereits dargelegt vom Schöpfer, alles ist schon hier und geordnet, wie in einer Armee, die gut aufgestellt ist.

Innerlich entspricht das dem Kampf gegen das Ego. Denn es gibt einen inneren und einen äußeren Kampf. Der äußere ist nur ein Zwischenstadium, sozusagen um Zeit zu gewinnen für den inneren. Laut Plan und Kommando des Schöpfers geht es um die endgültige Korrektur des Verhaltens Israels. Dies ist eine Hilfe für die Welt, dies ist die Rettung für die Welt, damit diese sich nicht selbst zerstört. Israel ist Teil des Schöpfers.

Sie sind Aliens. Sie kommen wie eine fremde Macht in ein feindliches Land, sie kommen von „dort“ her. Es ist eine gänzliche andere Dimension, eine andere Galaxy, ein anderes Universum, woher sie kommen. Ein Lichtstrahl kommt von dort, von ihrem ursprünglichen Planeten, um die Erde zu erobern, um diejenigen zu übernehmen, welche die Erde bewohnen. Um den Krieg zu Ehren des Schöpfers zu gewinnen, braucht es eine Ausrichtung, ein starkes Verlangen, eine innere Entschlossenheit.

Es hat nichts mit DNA oder Körperorganen zu tun. Sie haben diesen Strahl des Lichts. Dieser wird sie erwecken und aktivieren. Das Licht kommt von ihrem Heimatplaneten. Haben „andere“ es nicht? wird der Rabbi gefragt. Klar und dezidiert ist seine Antwort: Nein, sie haben es nicht. Das ist eine Kraft, die in anderen Völkern nicht existiert. Wie werden „die anderen“ aber überzeugt von diesem Licht, von dieser Kraft? Es braucht uns im Moment nicht zu kümmern, ob sie diese Kraft je bekommen. Außerdem weiß der Rabbi nicht, wie eine solche Übertragung geschehen sollte. „Vielleicht werfen wir irgend was in ihr Wasser …“ ist seine Antwort. Er glaubt, dass durch das Beispiel „die anderen“ überzeugt werden würden.

Wenn sie die Erde bevölkern, sind sie wie Undercover-Agenten. Sie machen sich nicht bemerkbar. Sie nehmen die Kultur und das Aussehen an, die in dem jeweiligen Land herrschen. Sie dürfen sich aber innerlich nicht gänzlich assimilieren lassen. Eines Tages dann müssen sie sich finden als Gruppe, müssen ihre verstreuten Freunde finden. Es ist wichtig, dass jeder, der den Ruf empfängt, sich mit den anderen zusammenschließt, die auch den Ruf empfangen.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, das wird hier übersetzt: Liebe deine Freunde wie dich selbst.

Im Grunde geht es immer um „die Korrektur“. Eine Korrektur des Ego, aber auch des kollektiven Ego. Und eine Korrektur der Welt.

Was gilt besonders für diejenigen, die im Land Israel leben? fragt ein Schüler den Rabbi Laitman. Er antwortet: Das Land ist gegenwärtig ein Symbol. Es ist noch nicht so weit, dem hohen Ziel zu entsprechen. Dennoch gibt es hier im Land Israel die besten Bedingungen der gegenseitigen Liebe unter den Freunden, der Liebe zu seinen Freunden wie zu sich selbst. Das kann nicht in Madagaskar oder in Uganda geschehen, sagt er.

In der Verbindung untereinander spüren wir die Kraft, sagt er, sie ist eine übernatürliche Kraft. Wenn wir unsere Mission nicht erfüllen, werden wir schlimmes Leid ertragen müssen. Wir tun all das für unsere kollektive Belohnung. Antisemitismus in der Welt kommt daher, dass wir ihnen (der Welt) nicht die richtige Form zeigen. Es geht aber auch nicht darum, das Wissen der Kabbala via Massenmedien in die Welt hinauszuposaunen, sondern um die innere Erfahrung.

Nach dem 3. Tempelbau wird es keine neuerliche Zerstörung mehr geben. Er wird für immer bestehen bleiben. Auch spielen die verstorbenen Seelen eine große Rolle zur Erinnerung und Stärkung der Mission.

JUDEN

Nun kann ich nicht gewährleisten, dass die von einem Simultanübersetzer vom Hebräischen ins Englische übertragenen Worte des Rabbi absolut wortgetreu und richtig sind. Auch kann ich einiges Wichtiges überhört oder falsch verstanden haben. Deshalb empfehle ich denjenigen unter euch, die sich damit gründlicher befassen wollen, das Video (ca. 50 min) selber anzuhören. Mir persönlich hat es viele Erkenntnisse bringen können:

https://www.youtube.com/watch?v=4Od3LF_opvE

by Photos8.com

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