Mut, Herzenskraft und Wärme der deutschen Volksseele

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Ich setze meine Betrachtungen fort. Ich spreche hier eher vom Standpunkt der positiven Kräfte aus und nicht von deren Dekadenz und Entstellung, ihrer Schattenseite, die es natürlich auch gibt und die ich nicht ignorieren kann.

Eine Volksseele darf nicht aufgelöst oder zerstört werden. Sie wäre dann in der Menschheitsentwicklung unersetzbar. Sie kann sich aber integrieren oder vermengen mit anderen Volksseelen und ihre Gaben dort hineinsenken, ohne ausgelöscht zu werden. Die jüdische Volksseele hat das in ihrer langen Geschichte fortlaufend praktiziert. Das Beste des jüdischen Geisteslebens hat sich mit den Völkern Europas und Amerikas und natürlich des Mittleren Ostens verbinden können – und mit dem Christentum als Religion. Man denke an die vielen jüdischen Denker, Forscher und Künstler.

Wie ist es mit dem deutschen Volksgeist? Kann auch er sich befruchtend mit anderen Völkern verbinden? Da habe ich folgende Wahrnehmung:

Die deutsche Volksseele ist im Grunde nicht von einer Kälte, sondern von einer inneren Wärme beseelt. Sie hat Mut, Herzenskraft und ein gesundes Ich in ihrer Mitte. Wesentlich kühler ist beispielsweise der britische Volksgeist, innerlich verfeinerter und artifizieller der französische, während die südlichen europäischen Völker sehr viel mehr Wärme, aber auch andere Leidenschaften beherbergen.

Aus Ruinen etwas aufbauen: Auch das ist deutsche Stärke. „Steh auf, wenn du ein Schalker bist!“, rufen die Fans der Fußballmannschaft Schalke 04 im Stadion, wenn ihre Mannschaft am Boden liegt. Da zeigt sich etwas vom alten Germanentum.

Deutschland – zum Vermitteln prädestiniert

Mitteleuropa mit seinem deutschen Zentrum hat die spirituelle und heilende Aufgabe, zwischen verschiedenen Mentalitäten (Volksseelen) zu vermitteln. Es hat eine geistig ordnende Aufgabe. Oft mangelt es aber an der politischen Geschicklichkeit.

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Ich habe immer empfunden, dass die deutsche Volksseele gar keinen Nationalismus verträgt. Sie ist schaffend, produktiv, aber nicht invasiv-aggressiv. Ihre große Aufgabe, die erst am Anfang steht, weit entfernt von ihrer Vollendung, wird allerdings immer wieder angegriffen, von innen (rassistischer Nationalsozialismus) und von außen. Viel Missgunst, Neid und Angriff ist ihm zuteil geworden, vor allem im 20. Jahrhundert, und zurzeit eben wieder. Aber genau so viel Anerkennung. Es liegt aber auch an der deutschen Ungeschicklichkeit, ein „vorteilhaftes“ Bild von sich abzugeben. Siehe z.B. den Hass einiger Griechen auf die deutsche Dominanz in der EU.

Jetzt kommt aber in der Fähigkeit und dem Wunsch, sich für andere Völker hilfreich zu betätigen, die Schattentendenz zum Vorschein: Sich so sehr zu verleugnen und selber klein zu machen, sich erpressen zu lassen, wie wir es in der Unterwürfigkeit den Amerikanern gegenüber erleben, aber auch als Schuldgefühl für die nationalsozialistischen Verfehlungen den Juden gegenüber beobachten können. Diese Schwäche wird gegenwärtig ziemlich ausgenutzt.

Der absolute Tiefpunkt des kulturellen Niedergangs wurde ja tatsächlich im Nationalsozialismus erreicht, der geradezu als der Gegenpol, die fürchterlichste Perversion deutscher Kultur zu bezeichnen ist. Danach hat nur wenig grundsätzliche Selbstbesinnung stattgefunden. Nicht nur Deutschland, ganz Europa ist heute vom materialistischen Firnis westlicher Zivilisation, vom „american way of live“ überzogen, der die originären Kulturen der Völker vollends zu ersticken droht.

Feigheit und Mut

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Feigheit und Mut sind die beiden Seiten der selben Medaille. Was wird sich durchsetzen? Auch Loyalität ist ein zweiseitiges Phänomen: Entweder sklavischer Gehorsam – oder Treue zu den wahren Werten. Zu beidem neigt dieser Volksgeist. Es ist höchste Zeit, dass sich Deutschland befreit! Besonders von der amerikanischen Bevormundung. Wer könnte die Begleitung in die Selbstständigkeit übernehmen? Am besten die eigene kulturelle Elite. Aber auch der weise Vorausblick auf Russland würde unendlich gut tun.

Wenn Deutschland also der Heiler sein könnte, der Friedensvermittler zwischen West und Ost, also zwischen angloamerikanischer Mentalität und russischer Mentalität, ebenso zwischen Norden und Süden, dann braucht es eine selbstbewusste Wahrnehmung darüber. Der deutsche Volksgeist braucht also auch Grenzen, ein „Deutschland“ als geographischen Ort, der nicht überrannt werden darf.

Es steht eine Option im geopolitischen Kalkül, nämlich Deutschland zu verkleinern, aufzusplittern, einzuhegen oder innerlich zu verdünnen. Das hat sogar einmal der unglückselige Ex-Außenminister Joschka Fischer als selbsthassender Deutscher angeraten. Nun, jetzt haben wir diese Situation, die er sich gewünscht hat. Typischerweise hat er vor wenigen Tagen sogar Angela Merkel gelobt für ihre Politik der offenen Grenzen.

So, noch was zu Österreich. Der österreichische Volksgeist ist ein Teil der deutschen Seele, vielleicht ihr phlegmatischer, manchmal sehr friedensliebender Anteil. Der deutschsprachige Teil der Schweiz hingegen zeigt etwas mehr von Kompaktheit und Trutzburgmentalität, aber auch von Ordnungsliebe, Gründlichkeit und Fairness.

Die kulturelle Elite

Hildegard-von-Bingen-Ein-Leben-im-Licht-Biographie-von-Heike-Koschyk-1098Die mystischen Meister und Schriftsteller wie Meister Eckart, Hildegard von Bingen, Angelus Silesius, Novalis, Goethe, Schiller, die maßgebenden Philosophen des freien Individualismus wie Fichte, Hegel, die unzähligen großen Forscher, die großen Wissenschaftler wie Albert Einstein, Heisenberg, Wernher von Braun u.v.a., sie sind die kulturelle Elite, die den deutschen Volksgeist wesentlich mitgestaltet hat. Auch Rudolf Steiners Anthroposophie zählt zu den neuzeitlichen spirituell-kulturellen Impulsen, die von einer universalistischen Denkweise ausgehen.

Es gibt auch eine große Achtung vor den Anderen, ein Hingezogensein zu anderen, leichteren Kulturen und Völkern, z.B. zu den mediterranen Kulturen und Völkern. Oder auch die offenkundige Verwandtschaft mit der altindischen Religionswissenschaft, Mystik und Kultur.

Deutscher Volksgeist lebt nicht nur in Deutschland. Zum Beispiel hat der amerikanische Schriftsteller Neale D. Walsch, Autor der „Gespräche mit Gott“, durchaus etwas Deutsches in seiner tiefgründigen Gedankenführung. Vielleicht ist es aber auch besonders das Katholische, das ihn mit der deutschen Kultur verbindet.

Der Universalismus

Eine der zentralen Eigenschaften „des Deutschen“ ist sein Hang nach Gründlichkeit. Sie kommt nicht nur in der Qualität seiner materiellen Produkte, die aus einer vollständigen Durchdringung der naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten und ihrer perfekten technischen Umsetzung hervorgehen, sondern auch in seinem geistigen Streben zum Ausdruck. Es ist der generelle Drang, den Dingen auf den Grund zu gehen, nicht an der Oberfläche zu bleiben, sondern zu den letzten Ursachen zu dringen, aus denen alles hervorwächst. Goethe hat dies Streben in seinem „Faust“ personifiziert. Der Professor Faust hat viele Wissenschaften studiert, aber unbefriedigt muss er sich gestehen, dass alles Verstandeswissen seine Fragen nach den Tiefen des Seins nicht beantwortet: „Habe nun, ach! Philosophie, / Juristerei und Medizin, / Und leider auch Theologie / Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. / Da steh ich nun, ich armer Tor, / Und bin so klug als wie zuvor!“

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Der „Universalismus“ strebt also nach universeller Wahrheit, ist vom Wesen her nicht rassisch, völkisch oder nationalistisch begrenzt. Er ist bereit zur Auseinandersetzung mit fremdem Gedankengut, und wenn er es für gut befindet, bereit zur Integration des ehedem fremden Wesens. Eine Weltoffenheit, ausgestattet mit der Neigung, die eigene Volkstümlichkeit nicht so wichtig zu nehmen. Die Schattenseite davon ist die Neigung zur Selbstbezichtigung und Selbstkritik, ein chronisches Gefangensein im Schuldgefühl bis hin zur Selbstverleugnung. Das ist die Gefahr: die Selbstauflösung.

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Bestenfalls ist es Demut vor der eigenen Größe, eine Art, sich ein bisschen kleiner machen. Ich rede hier natürlich nicht vom Rassenwahn Hitlers, sondern von der natürlichen, positiven Kraft des deutschen Volksgeistes. Im nächsten Teil mehr darüber, wie es zu diesem gewalttätigen Aufbäumen kommen konnte, das wir aus der jüngsten Geschichte kennen und das vielleicht auch jetzt wieder droht.

Fortsetzung folgt.

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