–   Erst Trauer, dann Angst, dann Bereitschaft für Opfer oder Krieg: Das ist die logische Kette des psychologischen Terrormanagements

Der freie Journalist und erfahrene Beobachter geopolitischen Geschehens, Christoph Hörstel, hat in letzter Zeit vermehrt den Ausdruck Terrormanagement in die öffentliche Diskussion eingebracht. Damit meint er, dass Staaten den Terror bestimmter Gruppen und Organisationen für sich nutzen und sie als Stellvertreter-Krieger für eigene Anliegen einsetzen. Damit meint er nicht nur Israel, die USA, Saudi Arabien und die üblichen Verdächtigen, er nimmt auch unsere europäischen Staaten in keiner Weise aus. Das aktuelle Beispiel ist Frankreich. Und natürlich wird man auch im heutigen Deutschland fündig, siehe RAF oder NSU.

Wir haben also nicht nur offenkundige false flag operations, deren Inszenierung man mit relativ einfachen Mitteln nachweisen kann. Eiskalten Staatsterrorismus sozusagen, der chronisch dreist geleugnet wird, seien die Lügen noch so plump. Und es gibt auch von Staaten zugelassene, geduldete oder bezahlte und geförderte Terroraktionen, die von „echten“ , fanatischen Terroristen durchgeführt werden. Helmut Schmidt, einer der damaligen Mitwirkenden im geopolitischen Machtkarussel, hat schon vor vielen Jahren den „Staatsterrorismus“ definitiv bestätigt. Und es gibt, wenn auch selten, Verrückter-Einzeltäter-Terrorakte, Amokläufe, die scheinbar von keiner politischen Institution angestachelt werden. Nun müssen wir hinnehmen, dass die Grenzen zwischen den drei Terrorformen verschwimmen. Terrorgruppen, die von niemandem instrumentalisiert werden, sind hingegen kaum vorstellbar. Terrormanagement ist eine moderne Form der Kriegsführung.

Wir wissen mit absoluter Sicherheit, dass der IS von westlichen Geheimdiensten geschaffen wurde und – wie Wladimir Putin jüngst beim G-20-Gipfel in der Türkei nachwies – von mindestens 40 Staaten finanziell getragen wird. Einige Staatsvertreter, die er meinte, aber nicht wörtlich aufzählte, saßen mit im Raum. Davon zählt  Gastgeber Türkei zu den aktivsten IS-Unterstützern. Übrigens, Putin hat keinen empörten Widerspruch erhalten und die westlichen Mainstreammedien haben seine Worte einheitlich verschwiegen.

Ja, es ist sehr gefährlich, was Frankreich gerade inszeniert. Was wir dieser Tage erleben, ist Terrormanagement. Nicht nur die moralische Erpressung, gerichtet an die EU-Staaten, Frankreich in seinen Kriegen zu unterstützen, auch manche Ungereimtheiten des Ablaufes am 13.11. lassen ein Vorwissen und eine Mitwirkung des französischen Staates vermuten. Aber auch andere Staaten könnten mitinszeniert haben, beispielsweise Israel.

Frankreich scheint im internationalen Terrorfackellauf von den USA die Fackel übernommen zu haben. Die neu entflammte  Kriegsnation hätte so gerne, dass Deutschland sich an seinen Kriegen beteiligt. Jetzt haben sie es tatsächlich geschafft, im Zuge des Mitleids, das ihnen von allen Seiten entgegen getragen wird, Deutschland für einen militärischen Einsatz in Mali zu gewinnen. Der alte Kolonialist Frankreich will sich ein wenig zurückziehen aus dem afrikanischen Land, um seinen kriegslüsternen Fokus auf den Nahen Osten zu richten, und Deutschland soll in dem Wüstenstaat die Fackel übernehmen, natürlich unter der Regie Frankreichs. Absolut dreist von Frankreich und dumm-dreist von Deutschland, moralisch angeführt von seinem Bundespräsidenten Gauck. Der ist ja für „mehr internationale Verantwortung“ Deutschlands und meint damit Kriegsbeteiligung. Vielleicht der schlimmste Bundespräsident, den das Land je hatte.

Was da neulich in Hannover inszeniert wurde, spottet jeder Beschreibung. Die Absage des Länderspiels Deutschland gegen Niederlande, die Evakuierung des Stadions:  ein Theaterprogramm, eine Schande für die Regisseure dieses Angstspektakels! Bezeichnend war die Begründung: „Der französische Geheimdienst hat Hinweise gegeben…“

Die Frage ist also: Wie immunisieren wir uns gegen die Angstpropaganda, die drauf und dran ist, uns mehr Überwachung,  mehr Polizei, mehr Einschränkung unserer Freiheiten schönzureden und damit unseren Schrecken zu beruhigen.

Erst Trauer, dann Angst, dann Bereitschaft für Opfer oder Krieg: Das ist die logische Kette des psychologischen Terrormanagements.

Ohne die Augen zu verschließen vor den Tatsachen der Gewalt, vor den Gefahren des Terrors, sind wir nun spirituell  gefordert, zu einer intelligenten, mutigen, individuellen Vorsorge gegen Gewalt voranzuschreiten. Wir müssen wach werden, wach bleiben. Klug und differenziert beobachten. Ich meine damit, dass wir ohne einen Bewusstseinswandel auf der Stelle treten und nichts wird sich verändern. Damit unsere Erkenntnisse nicht nur Slogans und Phrasen bleiben, müssen wir handeln. Nicht nur benennen und fühlen und Friedensaufrufe machen. Wandeln ist Handeln.

Ich kann nur von mir berichten. Nicht fordern, was andere zu tun haben. Den Tag nach der Katastrophe in Paris verbrachte ich allein zu Hause, nachdenklich, meditativ. Ich fühlte mich komplett hingezogen zu Musik. Ich holte aus meinem Köfferchen hervor: Johann Sebastian Bach, „Die Matthäuspassion“. Tief berührend die Passagen mit Maria Magdalena, das Abendmahl, der Tod. Ich werde später einmal davon erzählen.

Dann halte ich es für wichtig, in einer Art geistiger Neutralität, also nicht Partei für dieses oder jenes ergreifend, das ganze Szenario in der Seele ablaufen zu lassen. Erst dadurch kann eine weite menschliche Empfindung wachsen, ein tiefes Mitgefühl mit dem menschlichen Drama. Weil wir selber, jeder Einzelne von uns, mitten drinnen stehen. So wird eine Willenskraft aktiviert, die uns, die mich in eine andere Seelenebene befördert. Beflügelt von Kraft und Liebe handle ich frei und furchtlos. So könnte ich diese Seelenebene beschreiben.

So erlebe ich persönlich das Gegenstück zum politischen und psychologischen Terrormanagement.

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